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Kraniotomie: Was der Begriff bedeutet und wie er im OP-Bericht verwendet wird

Kraniotomie bezeichnet die operative Eröffnung des Schädels über einen herausgelösten Knochendeckel. Der Artikel erklärt die Wortherkunft, grenzt Bohrloch, Kraniotomie und Kraniektomie voneinander ab und ordnet die Zugangs- und Verschlussbegriffe im OP-Bericht ein.

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Kraniotomie bezeichnet die operative Eröffnung des Schädels, bei der ein Stück Schädelknochen als zusammenhängender Deckel herausgelöst wird, um Zugang zum Gehirn zu schaffen. Am Ende des Eingriffs wird dieser Knochendeckel in aller Regel wieder eingesetzt und befestigt. Das Wort stammt aus dem Griechischen: „kranion" bedeutet Schädel, „tomein" schneiden – wörtlich also Schädelschnitt.

Im OP-Bericht steht dieser Begriff meist gleich in der Überschrift, ergänzt um eine Ortsangabe und um weitere Fachwörter, die den Zugang, die Lagerung und den Wundverschluss beschreiben. Dieser Artikel ordnet diese Begriffe rein beschreibend ein. Wie ein OP-Bericht insgesamt aufgebaut ist und in welcher Reihenfolge die Abschnitte stehen, erklärt Den Operationsbericht verstehen: Aufbau, Begriffe, Ablage. Den Überblick über die Operationsverfahren bei Gliomen gibt Operation bei Gliomen — ein Überblick über Begriffe und Abläufe.

Bohrloch, Kraniotomie, Kraniektomie: die Abgrenzung

Drei Begriffe beschreiben unterschiedliche Formen der Schädeleröffnung und werden im Bericht nicht synonym verwendet.

Eine Trepanation oder Bohrlochtrepanation bezeichnet eine punktförmige Öffnung des Knochens von wenigen Millimetern bis etwa zwei Zentimetern Durchmesser. Sie entsteht mit einem Spezialbohrer und wird dort angelegt, wo ein schmaler Zugang genügt – etwa für eine stereotaktische Biopsie, für das Einlegen einer Drainage oder eines Katheters. Der Knochen wird dabei nicht als Deckel entnommen.

Eine Kraniotomie bezeichnet die Herauslösung eines größeren, zusammenhängenden Knochenstücks. Dafür werden zunächst ein oder mehrere Bohrlöcher gesetzt und diese anschließend mit einer feinen Fräse verbunden, sodass sich ein Deckel – im Bericht „Knochendeckel" oder lateinisch „Knochendeckel/Kalottendeckel" genannt – abheben lässt. Er wird während der Operation steril aufbewahrt und am Ende wieder eingesetzt.

Eine Kraniektomie bezeichnet dagegen die Entfernung eines Knochenstücks, das zunächst nicht wieder eingesetzt wird. Der Bereich bleibt vorerst nur von Haut und Weichteilen bedeckt. Ein späteres Wiedereinsetzen des Knochens oder eines Ersatzstücks wird als Kranioplastik bezeichnet. Ob und wann ein solcher Schritt geplant wird, entscheidet das Behandlungsteam.

BegriffWas er beschreibt
Trepanation / BohrlochPunktförmige Öffnung des Knochens; kein Knochendeckel wird entnommen
KraniotomieHerauslösen eines zusammenhängenden Knochendeckels, der am Ende wieder eingesetzt wird
KraniektomieEntfernung eines Knochenstücks, das zunächst nicht wieder eingesetzt wird
KranioplastikSpäteres Wiedereinsetzen des eigenen Knochens oder eines Ersatzstücks
KalotteFachwort für das knöcherne Schädeldach
Dura materHarte Hirnhaut; wird eröffnet und am Ende wieder verschlossen
DuraplastikVerschluss der harten Hirnhaut unter Verwendung von körpereigenem oder eingebrachtem Material
Osteosynthese / TitanplättchenKleine Plättchen und Schrauben, mit denen der Knochendeckel befestigt wird
SitusDas Operationsgebiet, so wie es sich während des Eingriffs darstellt
Redon / DrainageDünner Schlauch, der Wundflüssigkeit ableitet und nach einigen Tagen entfernt wird
Begriffe der Schädeleröffnung und des Verschlusses im OP-Bericht

Die Ortsangaben des Zugangs

Vor dem Wort Kraniotomie steht im Bericht fast immer eine Ortsangabe. Sie benennt den Bereich des Schädels, über den der Zugang gelegt wurde, und ist eine reine Beschreibung der Lage – vergleichbar mit einer Himmelsrichtung auf einer Karte. Die Bezeichnungen leiten sich von den Schädelknochen und Hirnlappen ab, deren Anordnung in der Aufbau des Nervensystems beschrieben ist.

  • frontal – im Bereich der Stirn, vorderer Anteil des Kopfes
  • temporal – seitlich, im Bereich der Schläfe
  • parietal – seitlich-oben, im Bereich des Scheitels
  • okzipital – hinten, im Bereich des Hinterkopfes
  • pterional – an der Stelle, an der mehrere Schädelknochen seitlich am Übergang zwischen Stirn und Schläfe zusammentreffen
  • suboccipital – unterhalb des Hinterhauptbeins, im Bereich der hinteren Schädelgrube
  • frontotemporal, temporoparietal und ähnliche Kombinationen – Zugang über zwei benachbarte Bereiche

Ergänzt werden diese Angaben um die Seite: „rechts", „links" oder lateinisch „dexter", „sinister". Manchmal steht auch „median" für einen Zugang in der Mittellinie oder „paramedian" für einen Zugang unmittelbar daneben. Diese Angaben beschreiben ausschließlich den Ort und sagen nichts über das Ausmaß der Gewebeentfernung aus – dafür stehen die in Resektion: Was der Begriff in Befunden und OP-Berichten beschreibt erklärten Begriffe.

Lagerung und Kopfhalterung

Im Abschnitt über die Vorbereitung beschreibt der Bericht die Lagerung. Angegeben wird, ob in Rückenlage, Seitenlage, Bauchlage oder halbsitzender Position operiert wurde. Die Wahl ergibt sich aus dem geplanten Zugangsweg.

Häufig steht dort auch der Begriff Kopfhalterung oder Kopfklemme, teils unter dem Markennamen eines gebräuchlichen Systems. Gemeint ist eine Vorrichtung, die den Kopf während des Eingriffs unbeweglich in einer festgelegten Position hält. Sie wird über wenige Auflagepunkte an der Schädelaußenseite befestigt. Die feste Position ist die technische Voraussetzung dafür, dass die Bilddaten der Neuronavigation mit dem tatsächlichen Kopf zur Deckung gebracht werden können und über die gesamte Operation zueinander passen. Häufig folgt im Bericht der Hinweis auf die Registrierung des Navigationssystems.

Der Weg nach innen und wieder zurück

Der Bericht beschreibt die einzelnen Schichten in der Reihenfolge, in der sie eröffnet und später wieder verschlossen werden. Nach außen liegt die Kopfhaut, darunter Bindegewebe und Muskulatur, dann die Knochenhaut, der Knochen selbst und darunter die harte Hirnhaut, im Bericht meist als Dura oder Dura mater bezeichnet. Erst darunter liegt das Gehirn mit seinen weichen Häuten.

Für den Verschluss wird dieselbe Reihenfolge rückwärts durchlaufen. Die Dura wird vernäht; ist ein spannungsfreier Verschluss nicht direkt möglich, wird zusätzliches Material eingesetzt – das steht dann als Duraplastik im Bericht. Anschließend wird der Knochendeckel wieder eingesetzt und mit kleinen Plättchen und Schrauben, meist aus Titan, befestigt. Diese Materialien verbleiben in der Regel dauerhaft im Körper und sind bei einer späteren MRT unproblematisch; Genaueres dazu erklärt die durchführende Radiologie. Danach folgen der Verschluss von Muskulatur und Unterhaut sowie der Hautverschluss mit Naht oder Klammern. Häufig wird eine dünne Drainage eingelegt, die Wundflüssigkeit ableitet und nach einigen Tagen entfernt wird.

Wie die Wunde in den Wochen danach versorgt wird, wann Fäden oder Klammern entfernt werden und wie sich die Narbe verändert, beschreibt Wundheilung und Narbe am Kopf: Begriffe rund um die Operationswunde. Der Ablauf der ersten Tage nach dem Eingriff steht in Nach der Hirnoperation: Wie die ersten Tage auf Station ablaufen.

Wie ein Berichtssatz aussehen kann

Zusammengesetzt ergeben diese Bausteine Sätze, die auf den ersten Blick undurchdringlich wirken, tatsächlich aber sehr geordnet aufgebaut sind. Ein Beispiel für die Struktur einer solchen Zeile: Zugangsseite und Ortsangabe, dann das Verfahren, dann die durchgeführte Maßnahme, dann verwendete technische Hilfsmittel. Also etwa: links frontale Kraniotomie, mikrochirurgische Tumorentfernung unter Neuronavigation. Wer eine solche Zeile in ihre Bestandteile zerlegt, kann sie meist gut lesen. Formulierungen aus dem begleitenden Arztbrief erklärt zusätzlich der Arztbrief.

Was die Begriffe im konkreten Fall bedeuten, welche Schritte tatsächlich erfolgt sind und was daraus folgt, bespricht das Behandlungsteam. Wer Fragen dazu sammeln möchte, findet in Fragen sammeln eine Struktur; Unterlagen lassen sich über die in Befunde anfordern beschriebenen Wege anfordern.

Was ist der Unterschied zwischen Kraniotomie und Kraniektomie?
Bei einer Kraniotomie wird ein Knochendeckel herausgelöst und am Ende des Eingriffs wieder eingesetzt und befestigt. Bei einer Kraniektomie wird ein Knochenstück entfernt und zunächst nicht wieder eingesetzt; ein späteres Einsetzen von Knochen oder Ersatzmaterial heißt Kranioplastik.
Was bedeutet „pterional" im OP-Bericht?
Pterional ist eine reine Ortsangabe für einen Zugang an der Stelle seitlich am Kopf, an der mehrere Schädelknochen am Übergang zwischen Stirn und Schläfe zusammentreffen. Der Begriff beschreibt den Zugangsweg, nicht das Ausmaß der Gewebeentfernung.
Bleiben die Titanplättchen dauerhaft im Kopf?
In der Regel ja. Die kleinen Plättchen und Schrauben, mit denen der Knochendeckel befestigt wird, verbleiben üblicherweise im Körper. Bei späteren MRT-Untersuchungen sind sie üblicherweise unproblematisch; die durchführende Radiologie klärt das vorab.
Was ist die Dura und warum steht sie im Bericht?
Die Dura mater ist die harte Hirnhaut, die zwischen Schädelknochen und Gehirn liegt. Sie wird beim Zugang eröffnet und am Ende wieder verschlossen. Wird für den Verschluss zusätzliches Material verwendet, steht im Bericht der Begriff Duraplastik.
Was bedeutet „Redon" oder „Drainage" im Bericht?
Gemeint ist ein dünner Schlauch, der nach der Operation Wundflüssigkeit aus dem Operationsgebiet ableitet. Er wird üblicherweise nach einigen Tagen entfernt. Wann das geschieht, legt das Behandlungsteam fest.

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