Psychoonkologie — wer sie anbietet und wie man Zugang findet
Psychoonkologische Begleitung ist ein etabliertes Unterstützungsangebot für Menschen mit einer Krebserkrankung und ihre Angehörigen. Dieser Text beschreibt allgemein, wer sie anbietet, über welche Wege der Zugang üblicherweise läuft und was in Gesprächen Thema sein kann.
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Source/remarque : Allgemeine Information, angelehnt an die allgemein zugänglichen Leitlinien zur psychoonkologischen Versorgung erwachsener Krebspatientinnen und -patienten sowie an Angaben der Krebsberatungsstellen. Stand: Juli 2026.
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Eine Krebsdiagnose verändert nicht nur medizinische Abläufe, sondern auch Alltag, Beziehungen, Berufsleben und das Bild, das man von der eigenen Zukunft hat. Psychoonkologie ist das Fachgebiet, das sich genau mit diesen Auswirkungen befasst. Dieser Text beschreibt allgemein, was das Angebot umfasst, wer es erbringt und über welche Wege man üblicherweise dorthin findet. Er enthält keine Empfehlung für ein bestimmtes Vorgehen. Eine Einführung ins Fachgebiet findest du unter Psychoonkologie — was das ist und wer sie anbietet.
Was Psychoonkologie umfasst
Psychoonkologie verbindet Wissen aus Psychologie, Medizin und Sozialarbeit und richtet sich an Menschen mit einer Krebserkrankung sowie an ihr Umfeld. Sie setzt nicht voraus, dass eine psychische Erkrankung vorliegt. Der Ausgangspunkt ist ein anderer: dass eine schwere körperliche Erkrankung eine erhebliche Belastung darstellt und dass es sinnvoll sein kann, dafür einen eigenen Gesprächsraum zu haben.
In den Leitlinien zur onkologischen Versorgung ist psychoonkologische Begleitung als fester Bestandteil vorgesehen — nicht als Zusatz für Ausnahmefälle. Zertifizierte Zentren müssen entsprechende Angebote vorhalten. Das ist ein wichtiger Punkt: Das Angebot anzunehmen ist vorgesehen und üblich.
Wer psychoonkologisch begleitet
Die Berufsgruppen sind unterschiedlich, die Zusatzqualifikation ist es nicht. Psychoonkologische Weiterbildungen bauen auf einem Grundberuf auf und werden von anerkannten Fachgesellschaften vergeben.
- Psychologinnen und Psychologen mit psychoonkologischer Weiterbildung
- Ärztinnen und Ärzte, häufig aus Psychosomatik oder Psychiatrie, mit entsprechender Zusatzqualifikation
- Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit psychoonkologischer Weiterbildung
- Fachkräfte der Sozialen Arbeit mit psychoonkologischer Qualifikation
- Pflegefachkräfte mit entsprechender Weiterbildung, häufig im Stationsalltag
Häufig genannte Nachweise sind Weiterbildungen nach den Vorgaben der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Psychosoziale Onkologie oder der Deutschen Krebsgesellschaft. Wer nach einer Ansprechperson sucht, kann nach einer solchen Zusatzqualifikation fragen.
Übliche Zugangswege
| Zugangsweg | Wie er allgemein funktioniert | Kosten für Betroffene |
|---|---|---|
| Psychoonkologischer Dienst der Klinik | Ansprechbar während einer stationären Behandlung, häufig über Station oder Sozialdienst | in der Behandlung enthalten |
| Kliniksozialdienst | Vermittelt an interne und externe Angebote und kennt regionale Anlaufstellen | kostenfrei |
| Krebsberatungsstelle | Offene Beratungsstellen in vielen Städten, meist ohne Überweisung erreichbar | in der Regel kostenfrei |
| Landeskrebsgesellschaft | Beratung und Vermittlung regionaler Angebote | in der Regel kostenfrei |
| Ambulante Psychotherapie | Über die üblichen Wege der ambulanten Versorgung | nach den Regeln der Krankenkasse |
| Ambulanz eines Krebszentrums | Angebote an zertifizierten Zentren, auch begleitend zur ambulanten Behandlung | je nach Einrichtung |
| Reha-Einrichtung | Psychoonkologische Angebote als Teil der Rehabilitation | im Rahmen der Reha |
In der Praxis ist der einfachste Einstieg meist die Frage im Behandlungsteam oder beim Sozialdienst: „Gibt es hier ein psychoonkologisches Angebot, und wie erreiche ich es?" Diese Frage ist vollkommen üblich. Zu sozialrechtlichen Fragen rund um Reha und Nachteilsausgleiche siehe Schwerbehindertenausweis und Reha — sozialrechtliche Grundlagen (Deutschland).
Voraussetzungen — und was keine sind
Eine häufige Sorge lautet, man müsse „schlimm genug dran" sein, um ein solches Angebot in Anspruch zu nehmen. Diese Vorstellung entspricht der Praxis nicht. Krebsberatungsstellen arbeiten in der Regel niedrigschwellig: keine Überweisung, keine Diagnosestellung im psychischen Bereich, oft auch für Angehörige offen.
- Es braucht keine psychische Diagnose, um ein Beratungsangebot zu nutzen
- Angehörige können sich in vielen Einrichtungen auch allein beraten lassen
- Der Zeitpunkt ist frei wählbar — kurz nach der Diagnose ebenso wie Jahre später
- Ein Gespräch verpflichtet zu nichts Weiterem
- Es ist möglich, die Ansprechperson zu wechseln, wenn es nicht passt
Für die ambulante Psychotherapie im engeren Sinne gelten dagegen die üblichen formalen Regeln der Krankenversicherung. Welche Wege im konkreten Fall offenstehen, erklären die Beratungsstelle oder die Krankenkasse.
Was in Gesprächen Thema sein kann
Es gibt kein festgelegtes Programm. Die Inhalte richten sich danach, was gerade wichtig ist. Häufig genannt werden Themen wie:
- Der Umgang mit Ungewissheit und mit der Zeit vor Kontrollterminen
- Ängste und belastende Gedanken, die schwer allein auszuhalten sind
- Gespräche in der Familie, mit Kindern oder in der Partnerschaft
- Erschöpfung, Schlaf und die Einteilung der eigenen Kräfte
- Veränderungen im Selbstbild und in der Rolle im Alltag
- Fragen zu Arbeit, Wiedereinstieg und finanziellen Themen — häufig gemeinsam mit dem Sozialdienst
- Kommunikation mit dem Behandlungsteam und die Vorbereitung von Gesprächen
Ergänzend hilfreich können Umgang mit Angst und Sorgen — eine Orientierung, Mit Kindern über die Erkrankung sprechen — wo es Hilfe gibt und Austausch mit anderen Betroffenen sein. Auch der Austausch in Selbsthilfegruppen ist für viele ein eigenständiger Zugang — siehe Unterstützung & Selbsthilfe finden.
Wie ein erstes Gespräch abläuft
Meist beginnt es mit einer offenen Frage danach, was gerade am meisten beschäftigt. Es gibt keine Prüfung und keine Erwartung, alles ordnen zu können — im Gegenteil, das Sortieren ist häufig genau der Zweck. Am Ende eines ersten Gesprächs wird üblicherweise besprochen, ob und in welchem Abstand weitere Termine sinnvoll erscheinen.
Für Gespräche gilt Schweigepflicht. Was besprochen wird, geht nicht automatisch ans Behandlungsteam. Wenn ein Austausch gewünscht ist, wird das ausdrücklich abgesprochen.
- Was ist Psychoonkologie?
- Ein Fachgebiet, das sich mit den seelischen und sozialen Auswirkungen einer Krebserkrankung befasst — für Betroffene und für Angehörige. Es ist in den onkologischen Leitlinien als fester Bestandteil der Versorgung vorgesehen.
- Welche Voraussetzungen gibt es für psychoonkologische Beratung?
- Für Beratungsangebote wie Krebsberatungsstellen ist in der Regel weder eine Überweisung noch eine psychische Diagnose erforderlich. Für ambulante Psychotherapie im engeren Sinne gelten die üblichen formalen Regeln der Krankenversicherung.
- Wie finde ich eine psychoonkologische Ansprechperson?
- Übliche Wege sind der psychoonkologische Dienst oder der Sozialdienst der behandelnden Klinik, regionale Krebsberatungsstellen und die Landeskrebsgesellschaften. Auch das Behandlungsteam kann vermitteln.
- Was kostet das?
- Beratung in Krebsberatungsstellen und Angebote während einer stationären Behandlung sind für Betroffene in der Regel kostenfrei. Bei ambulanter Psychotherapie richtet sich die Kostenübernahme nach den Regeln der Krankenkasse.
- Können Angehörige das Angebot ebenfalls nutzen?
- In vielen Einrichtungen ja, teilweise auch ohne die erkrankte Person. Ob das im Einzelfall möglich ist, erfragt man am besten direkt bei der jeweiligen Stelle.
- Erfährt mein Behandlungsteam, was ich dort bespreche?
- Für psychoonkologische Gespräche gilt Schweigepflicht. Ein Austausch mit dem Behandlungsteam findet nur statt, wenn er ausdrücklich abgesprochen ist.
Dieser Text beschreibt allgemeine Strukturen der Versorgung. Er enthält keine Empfehlung und keine Bewertung einzelner Angebote. Was im eigenen Fall passt, lässt sich am besten mit dem Behandlungsteam, dem Sozialdienst oder einer Beratungsstelle klären.
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Psychoonkologie — was das ist und wer sie anbietetDieser Artikel erklärt allgemein, was Psychoonkologie ist, welche Voraussetzungen für eine psychoonkologische Begleitung gelten, wer sie anbietet und wo du sie finden kannst — als ganz normaler Teil der Krebsversorgung. Es handelt sich um allgemeine Orientierung, nicht um eine medizinische oder psychologische Bewertung deiner persönlichen Situation.
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