Portsystem — Aufbau, Einsetzen und Alltag damit
Ein Portsystem ist ein dauerhafter Zugang zu einer großen Vene, der vollständig unter der Haut liegt. Dieser Text beschreibt allgemein Aufbau, den Ablauf des Einsetzens, die üblichen Begriffe und wie der Alltag mit einem Port aussehen kann.
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Source/remarque : Allgemeine Information, angelehnt an allgemein zugängliche Empfehlungen von Fachgesellschaften zur Anwendung zentralvenöser Portsysteme und an Patienteninformationen onkologischer Zentren. Stand: Juli 2026.
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Wenn über längere Zeit regelmäßig Infusionen gegeben oder Blutproben entnommen werden, kommt häufig ein Portsystem ins Gespräch. Für viele ist der Begriff zunächst fremd. Dieser Text erklärt allgemein, was ein Port ist, wie das Einsetzen üblicherweise abläuft und was sich im Alltag verändert. Ob ein Port in einer bestimmten Situation infrage kommt, bespricht ausschließlich das behandelnde Team. Eine kürzere Übersicht findest du unter Portsystem und Port-Zugang — was das ist.
Was ein Port ist
Ein Portsystem besteht aus zwei Teilen. Der erste ist die Portkammer: ein kleines, flaches Gehäuse aus Kunststoff, Titan oder Keramik, etwa so groß wie ein Zwei-Euro-Stück. Ihre Oberseite besteht aus einer dicken Silikonmembran, dem sogenannten Septum. Der zweite Teil ist ein dünner, weicher Schlauch, der Katheter, der von der Kammer in eine große Vene in der Nähe des Herzens führt.
Das gesamte System liegt vollständig unter der Haut. Von außen ist meist nur eine kleine Erhebung zu sehen und zu tasten, häufig unterhalb des Schlüsselbeins. Es ragt nichts heraus, es gibt keine offene Eintrittsstelle. Genau darin liegt der Unterschied zu anderen dauerhaften Zugängen.
Wofür ein Port genutzt wird
- Wiederholte Gabe von Infusionen über längere Zeiträume
- Verabreichung von Substanzen, die für kleine Armvenen belastend sein können
- Blutentnahmen, sofern die Einrichtung dies so handhabt
- Gabe von Kontrastmitteln, wenn das System dafür zugelassen ist
- Situationen, in denen Armvenen schwer zu punktieren sind
Der Grundgedanke: Statt bei jedem Termin erneut eine Vene am Arm zu suchen, wird ein zuverlässiger, dauerhaft nutzbarer Zugang geschaffen. Bei Behandlungen in Zyklen kann das den Ablauf spürbar vereinfachen — mehr dazu unter Was ein Chemotherapie-Zyklus ist.
Wie das Einsetzen allgemein abläuft
Das Einsetzen ist ein kleiner operativer Eingriff, der meist in örtlicher Betäubung erfolgt und häufig ambulant durchgeführt wird. Der grobe Ablauf sieht üblicherweise so aus:
- Aufklärungsgespräch mit Erläuterung von Ablauf und möglichen Begleiterscheinungen
- Vorbereitende Untersuchungen nach Vorgabe der Einrichtung, etwa Blutwerte
- Örtliche Betäubung der Haut im Bereich unterhalb des Schlüsselbeins
- Kleiner Hautschnitt und Anlegen einer Tasche unter der Haut für die Kammer
- Einführen des Katheters in eine große Vene, meist unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle
- Verbinden von Katheter und Kammer, Verschluss der Haut mit Naht oder Klebestreifen
- Abschließende Lagekontrolle, in der Regel durch eine Bildgebung
Der Eingriff dauert meist weniger als eine Stunde. Wie lange die Wunde geschont werden soll, ab wann geduscht werden darf und wann Fäden entfernt werden, legt die durchführende Einrichtung fest und gibt es schriftlich mit.
Wie ein Port benutzt wird
Zur Nutzung wird die Haut über der Kammer desinfiziert und mit einer speziellen Nadel durch die Silikonmembran gestochen. Diese Nadel ist besonders geschliffen, damit die Membran nicht ausgestanzt wird — deshalb heißt sie Portnadel oder Huber-Nadel. Eine gewöhnliche Kanüle darf dafür nicht verwendet werden.
Das Einstechen wird oft als weniger unangenehm beschrieben als eine Venenpunktion am Arm. Auf Wunsch kann vorab ein betäubendes Pflaster oder eine betäubende Creme aufgetragen werden — ob und wie, klärt die Einrichtung. Nach Gebrauch wird das System gespült und die Nadel entfernt.
Die Bedienung eines Ports erfolgt ausschließlich durch geschultes Fachpersonal unter sterilen Bedingungen. Dieser Text beschreibt den Ablauf nur zum Verständnis und ist keine Anleitung zur Anwendung.
Begriffe rund um den Port
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Portkammer | Das unter der Haut liegende Gehäuse mit der punktierbaren Membran |
| Septum | Die dicke Silikonmembran auf der Oberseite der Kammer |
| Portkatheter | Der Schlauch von der Kammer zur Vene |
| Huber-Nadel / Portnadel | Speziell geschliffene Nadel für die Punktion des Septums |
| Anstechen / Anstichen | Umgangssprachlich für das Punktieren der Portkammer |
| Spülen / Blocken | Durchspülen des Systems nach Gebrauch nach Vorgabe der Einrichtung |
| Portpass | Ausweisdokument mit Modell, Datum und Einsetzort des Systems |
| Explantation | Operatives Entfernen des Systems |
Der Portpass ist im Alltag besonders praktisch: Er enthält Angaben zum Systemtyp und zur Lage und ist bei Untersuchungen, auf Reisen oder in fremden Einrichtungen hilfreich. Er gehört zu den Unterlagen, die man zu Terminen dabeihaben kann — siehe Welche Unterlagen zum Termin gehören.
Alltag mit einem Port
Nach abgeschlossener Wundheilung berichten viele Menschen, den Port kaum noch wahrzunehmen. Duschen, Baden und Schwimmen sind bei nicht angestochenem Port und verheilter Haut in der Regel möglich; die konkreten Vorgaben macht die betreuende Einrichtung. Kleidung mit Trägern oder Rucksäcke können auf der Kammer drücken — manche Menschen wechseln deshalb auf breitere Gurte.
- Portpass griffbereit aufbewahren und zu Terminen mitnehmen
- Die Hautstelle über der Kammer bei der täglichen Körperpflege im Blick behalten
- Veränderungen an der Hautstelle, Fieber oder Beschwerden im Bereich des Systems zeitnah der betreuenden Einrichtung melden
- Termine für Spülungen nach Vorgabe der Einrichtung wahrnehmen, auch in Pausen zwischen Behandlungen
- Vor Flugreisen oder Untersuchungen in anderen Einrichtungen den Portpass vorzeigen
Beobachtungen im Verlauf lassen sich gut mit Datum festhalten — das erleichtert Gespräche und den Vergleich über die Zeit. Anregungen dazu unter Nebenwirkungen beobachten und festhalten und Reisen mit Medikamenten — organisatorische Checkliste.
Wenn der Port nicht mehr gebraucht wird
Ein Portsystem kann über Jahre im Körper bleiben. Ob und wann es entfernt wird, entscheidet das behandelnde Team gemeinsam mit dir. Das Entfernen ist wiederum ein kleiner Eingriff, meist in örtlicher Betäubung. Manche Menschen behalten das System bewusst über das Ende einer Behandlung hinaus, andere lassen es entfernen — beides sind Fragen für das ärztliche Gespräch.
- Was ist ein Portsystem?
- Ein vollständig unter der Haut liegender, dauerhafter Zugang zu einer großen Vene. Er besteht aus einer kleinen punktierbaren Kammer und einem dünnen Katheter, der in die Vene führt.
- Tut das Anstechen weh?
- Berichtet wird meist von einem kurzen Piks. Viele Menschen empfinden es als weniger unangenehm als eine Venenpunktion am Arm. Betäubende Cremes oder Pflaster können nach Absprache mit der Einrichtung vorab aufgetragen werden.
- Sieht man den Port von außen?
- Meist ist unter der Haut eine kleine, flache Erhebung sichtbar und tastbar, häufig unterhalb des Schlüsselbeins. Es ragt nichts aus der Haut heraus.
- Darf man mit einem Port duschen oder schwimmen?
- Bei verheilter Haut und nicht angestochenem System ist das in der Regel möglich. Die konkreten Vorgaben — auch für die Zeit direkt nach dem Einsetzen — macht die betreuende Einrichtung.
- Was ist der Unterschied zwischen Port und PICC-Line?
- Ein Port liegt vollständig unter der Haut. Eine PICC-Line ist ein über eine Armvene eingeführter Katheter, dessen Ende aus der Haut herausragt. Welches System wann verwendet wird, entscheidet das behandelnde Team.
- Muss ein Port regelmäßig gespült werden?
- Viele Einrichtungen sehen in Behandlungspausen Spültermine in festen Abständen vor. Die konkreten Intervalle legt die betreuende Einrichtung fest und teilt sie mit.
Dieser Text beschreibt allgemeine Abläufe und Begriffe zum Verständnis. Er ist keine Pflegeanleitung und keine medizinische Bewertung. Alle Fragen zur Handhabung und zum Umgang mit deinem System beantwortet das betreuende Team.
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Portsystem und Port-Zugang — was das istEin Portsystem ist ein dauerhafter, unter der Haut liegender Zugang zum Blutkreislauf, über den Medikamente oder Infusionen gegeben und Blut abgenommen werden können. Dieser Text erklärt allgemein, was Portsysteme sind, wozu ein Port-Zugang dient und wie er grundsätzlich gepflegt wird — Patientendokumentation, keine medizinische Bewertung.
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